Liquiditätskennzahlen und Liquiditätsgrade – So wichtig sind sie für die finanzielle Stabilität

Veröffentlicht am Donnerstag, 20. März 2025 16:16Finanzierung, Wissen, Reports, Financial health

Liquiditätskennzahlen sind entscheidende Instrumente, die Unternehmen dabei unterstützen, ihre finanzielle Stabilität zu messen. Sie geben Aufschluss darüber, ob ein Unternehmen in der Lage ist, seinen kurzfristigen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Durch die Analyse dieser Kennzahlen lassen sich finanzielle Engpässe frühzeitig erkennen und präventive Maßnahmen ableiten.

Liquiditätskennzahlen sind entscheidende Instrumente, die Unternehmen dabei unterstützen, ihre finanzielle Stabilität zu messen. Sie geben Aufschluss darüber, ob ein Unternehmen in der Lage ist, seinen kurzfristigen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Durch die Analyse dieser Kennzahlen lassen sich finanzielle Engpässe frühzeitig erkennen und präventive Maßnahmen ableiten.

Eine solide Liquidität bildet die Grundlage für eine effektive Unternehmenssteuerung und nachhaltiges Wachstum. Unternehmen, die ihre Liquidität kontinuierlich überwachen, können flexibel auf Marktveränderungen reagieren und Risiken minimieren. So schaffen sie nicht nur ein stabiles finanzielles Fundament, sondern stärken auch das Vertrauen von Investoren und Geschäftspartnern.

Was sind Liquiditätskennzahlen?

Liquiditätskennzahlen sind Kennwerte, die die Fähigkeit eines Unternehmens messen, seine kurzfristigen Verpflichtungen zu erfüllen. Typische Kennzahlen sind beispielsweise der Liquiditätsgrad I, II und III, die jeweils unterschiedliche Grade der Verfügbarkeit von kurzfristigen Vermögenswerten abbilden. Durch den Vergleich von kurzfristigen Aktiva mit kurzfristigen Passiva liefern diese Kennzahlen eine Momentaufnahme der finanziellen Stabilität und Zahlungsfähigkeit eines Unternehmens.

Im Gegensatz dazu bezieht sich der Cash Flow auf die tatsächlichen Mittelzuflüsse und -abflüsse über einen bestimmten Zeitraum. Während Liquiditätskennzahlen statische Werte aus der Bilanz liefern, verdeutlicht der Cash Flow, wie effektiv ein Unternehmen Geld generiert und verwendet – sei es aus dem operativen Geschäft, aus Investitionstätigkeiten oder der Finanzierung.

Somit ergänzen sich beide Ansätze: Liquiditätskennzahlen zeigen die aktuelle Zahlungsfähigkeit auf Basis von Bilanzdaten, während der Cash Flow einen dynamischen Einblick in die Geldströme und die operative Leistungsfähigkeit bietet.

Die wichtigsten Liquiditätskennzahlen im Überblick

Liquiditätskennzahlen helfen dabei, frühzeitig finanzielle Engpässe zu erkennen und strategische Maßnahmen zur Sicherung der finanziellen Stabilität zu planen. Im Folgenden werden die drei wesentlichen Liquiditätsgrade vorgestellt, die sich in ihrer Strenge und den einbezogenen Aktiva unterscheiden.

Liquidität 1. Grades (Barliquidität)

Diese Kennzahl misst den Anteil der sofort verfügbaren Zahlungsmittel – also Kassenbestand und Bankguthaben – im Verhältnis zu den kurzfristigen Verbindlichkeiten. Sie ist die konservativste Messgröße, da ausschließlich liquide Mittel berücksichtigt werden, die ohne Umwandlungsprozess zur Verfügung stehen. Ein hoher Wert bei der Liquidität 1. Grades signalisiert, dass ein Unternehmen in der Lage ist, seinen Zahlungsverpflichtungen auch in unvorhergesehenen Situationen unmittelbar nachzukommen.

Liquidität 2. Grades (einzugsbereite Liquidität)

Bei der Liquidität 2. Grades werden neben den sofort verfügbaren Zahlungsmitteln auch kurzfristige Forderungen und andere leicht liquidierbare Vermögenswerte mit einbezogen. Diese erweiterte Betrachtung bietet eine realistischere Einschätzung der Liquidität, da viele dieser Posten innerhalb kurzer Zeit in Bargeld umgewandelt werden können. Unternehmen, die einen stabilen Wert in der Liquidität 2. Grades aufweisen, sind besser aufgestellt, um kurzfristige finanzielle Herausforderungen zu meistern.

Liquidität 3. Grades (Gesamtliquidität)

Diese Kennzahl fasst alle kurzfristigen Aktiva – also neben Zahlungsmitteln und Forderungen auch Vorräte und sonstige kurzfristige Vermögenswerte – zusammen und setzt sie ins Verhältnis zu den kurzfristigen Verbindlichkeiten. Obwohl die Liquidität 3. Grades ein umfassendes Bild der kurzfristigen finanziellen Situation liefert, ist sie weniger konservativ, da beispielsweise Vorräte nicht immer schnell liquidiert werden können. Ein Wert über 100 Prozent deutet in der Regel darauf hin, dass das Unternehmen über genügend Mittel verfügt, um seine kurzfristigen Verpflichtungen zu decken.

Liquiditätsgrade berechnen – So geht es

Liquiditätsgrade werden direkt aus den Bilanzdaten eines Unternehmens berechnet, indem ausgewählte kurzfristige Vermögenswerte ins Verhältnis zu den kurzfristigen Verbindlichkeiten gesetzt werden. Diese Kennzahlen geben wichtige Hinweise darauf, wie gut ein Unternehmen in der Lage ist, seine kurzfristigen Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen.

Bei allen Berechnungen ist es essenziell, konsistente und aktuelle Bilanzdaten zu verwenden, um eine verlässliche Einschätzung der Liquidität zu erhalten. Unterschiedliche Bilanzierungspraktiken können zu Abweichungen führen, weshalb die Interpretation der Ergebnisse stets im Kontext der Unternehmenssituation erfolgen sollte.

Liquidität 1. Grades

Zur Berechnung der Liquidität 1. Grades, auch Cash Ratio genannt, werden ausschließlich die sofort verfügbaren Zahlungsmittel herangezogen.

Formel: (Barliquidität / kurzfristige Verbindlichkeiten) × 100

Hierbei zählen Kassenbestand und Bankguthaben. Ein Ergebnis von beispielsweise 30 Prozent zeigt, dass 30 Prozent der kurzfristigen Verbindlichkeiten unmittelbar durch liquide Mittel gedeckt werden können.

Liquidität 2. Grades

Diese Kennzahl erweitert die Betrachtung, indem neben den liquiden Mitteln auch kurzfristige Forderungen und andere schnell einziehbare Vermögenswerte einbezogen werden.

Formel: [(Barliquidität + kurzfristige Forderungen) / kurzfristige Verbindlichkeiten] × 100

Durch die Einbeziehung der kurzfristigen Forderungen erhält man ein realistisches Bild, da diese in der Regel innerhalb kurzer Zeit in Geld umgewandelt werden können. Ein Wert von 110 Prozent weist darauf hin, dass die kurzfristigen Aktiva um 10 Prozent über den kurzfristigen Verbindlichkeiten liegen.

Liquidität 3. Grades

Bei der Liquidität 3. Grades, auch als Current Ratio bekannt, werden sämtliche kurzfristige Aktiva berücksichtigt, also auch Vorräte, die zwar weniger liquide sind, aber im Notfall zur Deckung herangezogen werden können.

Formel: [(Barliquidität + kurzfristige Forderungen + Vorräte) / kurzfristige Verbindlichkeiten] × 100

Ein Wert über 100 Prozent signalisiert in der Regel, dass das Unternehmen über genügend kurzfristige Mittel verfügt, um seine Verbindlichkeiten zu decken. Allerdings sollte beachtet werden, dass Vorräte nicht immer rasch in Zahlungsmittel umgewandelt werden können, weshalb diese Kennzahl ein umfassenderes, aber weniger konservatives Bild liefert.

Factoring zur Liquiditätsoptimierung

Factoring ist eine moderne Finanzierungsstrategie, bei der Unternehmen ihre offenen Forderungen an einen spezialisierten Finanzdienstleister – den Factor – verkaufen, um sofortige Liquidität zu erhalten. Durch den sofortigen Geldeingang wird der oft langwierige Debitorenkreislauf drastisch verkürzt, was zu einer unmittelbaren und spürbaren Verbesserung der finanziellen Situation führt. Diese Methode ermöglicht es Unternehmen, mehr finanzielle Flexibilität zu haben, um auf betriebliche Herausforderungen zu reagieren, ohne auf die regulären Zahlungsziele ihrer Kunden warten zu müssen.

Neben der unmittelbaren Steigerung der Liquidität bietet Factoring weitere attraktive Vorteile. Der Factor übernimmt in der Regel das Debitorenmanagement und das Inkasso, was das Risiko von Zahlungsausfällen erheblich reduziert und administrative Ressourcen schont. Dadurch können Unternehmen nicht nur ihre Liquiditätsplanung optimieren, sondern auch Kosten und Risiken minimieren – ein entscheidender Wettbewerbsvorteil in einem dynamischen Marktumfeld.

Factoring mit Svea

Factoring mit Svea bietet Unternehmen eine innovative Möglichkeit, ihre Liquidität zu verbessern und sich gleichzeitig von administrativen Aufgaben im Forderungsmanagement zu entlasten. Mit Svea können Sie Ihre offenen Forderungen schnell in verfügbare finanzielle Mittel umwandeln, was Ihnen eine flexible und planbare Liquiditätsbasis schafft. Dabei profitieren Sie von einer transparenten Kostenstruktur und einem professionellen Service, der individuell auf Ihre Unternehmensbedürfnisse zugeschnitten ist.

Wir bieten Ihnen flexible Lösungen an, zum Beispiel das komfortable Full-Service Factoring oder weitere attraktive Finanzierungslösungen wie das selektive Factoring und auch unechtes Factoring. Kontaktieren Sie uns gerne, wenn Sie sich über die verschiedenen Möglichkeiten informieren möchten.

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